Zu Besuch in der Freien Schule im Montessori-Zentrum Magdeburg

Am Mittwoch war ich zu Besuch in der Freien Schule im Montessori-Zentrum Magdeburg, in der sich Lia, Pascal und Rike für den Schutz von Insekten einsetzen. Sie haben ein tolles Plakat gebastelt und vor der Schule eine Nektarwiese samt Insektenhotels angelegt. Ich bin mir ziemlich sicher, dass die Nektarwiese im Sommer viele Insekten anziehen wird, und auch sonst gibt es auf dem Schulgelände viele Insekten freundliche Pflanzen. Bei der Gelegenheit haben sich die Drei auch gleich für den Pflanzwettbewerb es summt angemeldet.

Feinstaubbelastung in Magdeburg

Mit dem Abgasskandal rückt auch das Thema „Feinstaub“ wieder mehr in den Fokus. Doch was genau versteht man unter Feinstaub? Hier sei auf die Wikipediaseite dazu verwiesen.

Nur ganz kurz: im Wesentlichen interessieren die Staubteilchen, welche sich in der Luft befinden und klein genug sind, um nicht oder nur teilweise von den Schleimhäuten im Nasenraum/Rachenraum bzw. den Härchen im Nasenbereich zurückgehalten werden und sich somit in unseren Lungen ablagern. Man klassifiziert die Teilchen dabei in die Gruppen PM10 und PM2.5. Mit PM10 meint man alle Partikel, die kleiner als 10µm sind und mit PM2.5 meint man alle Partikel, die kleiner als 2,5µm sind. Je kleiner die Staubteilchen sind, desto einfacher gelangen diese in unsere Lungen. Und das ist nicht sonderlich gesund.

Uns interessiert es, wie es sich mit der Luftqualität in Magdeburg verhält. Wie hoch ist die Feinstaubbelastung? Werden Grenzwerte überschritten? Und wenn ja, wie oft und wie stark? Leider kommt man als Ottonormalbürger*in nur schlecht bis gar nicht an offizielle Daten heran. Und wenn, dann sind diese meist nicht die aktuellsten.

Zum Glück gibt es aber Initiativen wie das OK Lab Stuttgart, welche das Projekt luftdaten.info ins Leben gerufen haben. Dort erfährt man, wie man sich seinen eigenen Feinstaubsensor baut und wie man die gemessenen Werte in eine deutschlandweite Feinstaub-Karte integriert.

Während der Stuttgarter Raum schon sehr gut mit vielen selbst gebauten Feinstaubsensoren ausgestattet ist, sieht es in und um Magdeburg leider noch sehr mau aus.

Wir würden das gerne ändern und haben uns daher erst einmal fünf dieser Feinstaub-Sensoren besorgt, welche wir in den kommenden Wochen in Magdeburg verteilt aufhängen wollen. Die ersten zwei hängen schon seit ein paar Tagen nebeneinander auf einem Balkon in ca. 6m Höhe über einer wenig befahrenen Seitenstraße und so sieht das im Moment (ohne Gehäuse) aus:

Bisher haben die Sensoren folgende Daten aufgezeichnet:

In der Grafik zu sehen, sind die zeitlichen Verläufe der Feinstaubkonzentrationen von PM10 (in blau) und PM2.5 (in rot) in µg/m³. Die WHO empfiehlt angesichts der vom Feinstaub ausgehenden Gesundheitsgefahren in ihren WHO-Luftgüte-Richtlinien folgende Grenzwerte für Feinstaub:

  • PM10
    • Jahresmittelwert: 20 µg/m³
    • Tagesmittelwert: 50 µg/m³
  • PM2.5
    • Jahresmittelwert: 10 µg/m³
    • Tagesmittelwert: 25 µg/m³

Die rechtswirksamen Grenzwerte der EU liegen um einiges darüber.

Schauen wir uns also mal die Tagesmittelwerte unserer Sensoren an:

Dann stellen wir fest, dass wir in 6m Höhe über einer kaum befahrenen Seitenstraße unterhalb der WHO-Grenzwerte liegen und damit eigentlich ganz gute Luft haben.

Wie sieht es aber in der Nähe von viel befahrenen Straßen in Magdeburg aus? Oder in anderen Stadtteilen? Oder nicht in 6m Höhe, sondern in Kopfhöhe von Erwachsenen, Kindern und Haustieren?

Wir würden uns daher sehr freuen, wenn sich mehr Bürger*innen aus Magdeburg ihren eigenen Feinstaubsensor aufhängen und wir gemeinsam die Feinstaubkarte für Magdeburg mit mehr Daten gefüllt bekommen. Also: macht bitte mit! Und wer sich etwas vor dem eigenen Zusammenbau und der Konfiguration des Sensors scheut, der kann sehr gerne bei uns vorbeikommen und wir machen das gemeinsam. Schreibt uns dazu einfach eine E-Mail an kontakt@gruenstreifen-ev.de. Wir besorgen auch gerne die nötigen Teile.

Nachtrag vom 01.05.:

Via Twitter kam die Nachfrage rein, ob die Peaks in der Nacht auftreten? Und wenn ja: warum?

In der Tat sieht es auf der Grafik so aus, als ob die Höchstwerte vor allem in der Nacht und in den frühen Morgenstunden auftreten. Im obigen Post habe ich jedoch heimlich unterstellt, dass der Großteil des Feinstaubes vom Autoverkehr verursacht wird. In dem Fall würde man also eher erwarten, dass tagsüber die Feinstaubbelastung größer ist, als in der Nacht, weil tagsüber vermutlich mehr KFZ unterwegs sind.

Die Annahme, dass der Verkehr einen großen Anteil an der Feinstaubbelastung hat, ist jedenfalls nicht so abwegig. Laut Untersuchungen für Magdeburg (für das Jahr 2003) werden über 80% des Feinstaubes durch den Verkehr verursacht.

Vielleicht hilft es also, wenn wir uns die Feinstaubdaten noch einmal tagesweise mit Uhrzeit anschauen. Zur Ergänzung noch: bei der obigen Grafik war die Uhrzeit auch noch in UTC. Für Deutschland und Sommerzeit muss man noch 2h dazuaddieren. Also, einzelne Tage mit aktualisierter Uhrzeit sehen dann so aus:

Die rote Linie ist übrigens der Tagesmittelwert.

Diese Übersicht wirkt jetzt nicht mehr so drastisch. Dennoch sind insbesondere am 21.04. und 25.04. recht hohe Feinstaubbelastungen in den frühen Morgenstunden zu sehen, und zu der Zeit war sicherlich noch nicht soviel Verkehr auf den Straßen unterwegs.

Wer eine Idee/Theorie/Interpretation hat, kann diese gerne in den Kommentaren hinterlassen. Ich persönlich würde jetzt erstmal weitere Daten abwarten. Im besten Fall auch von anderen Standorten. Also, macht mit und baut euch euren eigenen Feinstaubsensor.

Anmeldung zum „Markt zur guten Tat“ am 07. Juni 2018

Markt zur guten Tat 2018 mit Bioabend- und Lokalmarkt

Ihr seid ein Verein, ein Unternehmen, eine Initiative oder auch eine Privatperson, die sich für eine nachhaltigere Gesellschaft engagiert. „Zum Markt der guten Tat“ am 07. Juni 2018, auf dem Schellheimer Platz in Magdeburg Stadtfeld, habt ihr die Möglichkeit euch oder euer Projekt vorzustellen und andere zu inspirieren. Wir wollen zeigen, wie vielfältig nachhaltiges Handeln sein kann. Bereichert den Markt mit Aktionen, Workshops, Lesung oder einem Infostand.

Bei Interesse schreibt eine Mail an nachhaltigkeitswoche@kosa21.de

Der „Markt zur guten Tat“ findet im Rahmen der „Langen Woche der Nachhaltigkeit“ statt und wird veranstaltet durch: Grünstreifen e.V., Netzwerk Zukunft Sachsen-Anhalt e.V., Biohöfegemeinschaft ST

Die Samenspender sind los

André, unsere treibende Kraft hinter der Offenen Werkstatt, brauchte nur eine grobe Skizze und hat danach diese Samenspender gebaut. Das ist eine Box, die ab sofort und solange der Vorrat reicht, mit Saatgut für Insekten freundliche Pflanzen bestückt wird. Beim Saatgut handelt es sich um Pflanzen wie z.B. Dost, Borretsch, Kugeldistel, Wilde Karde, Marien-Glockenblume, Feld-Mannstreu oder Kratzdistel. Es gibt zwei Boxen. Eine davon steht im Janaschs’s, die andere im Unverpacktladen Frau Ernas loser LebensMittelPunkt. Der Schlitz oben in der Box ist für Spenden gedacht. Ihr könnt euch gern Samentütchen mitnehmen und einen beliebigen Betrag spenden. Die Spenden gehen an den Grünstreifen e.V. Und denkt bitte daran, dass jeder Samen eine potentielle Pflanze ist. Also am besten nicht einfach nur aufs Beet werfen, sondern in einem Topf vorziehen und gucken was passiert. Und dann erst ab ins Beet 😉

Und mit den gesäten Pflanzen könnt ihr dann gleich an unserem Pflanz-Wettbewerb „Es summt“ teilnehmen.

Pflanzwettbewerb „es summt“: Insektenunterkünfte

Pflanzwettbewerb „es summt“

Unser Pflanzwettbewerb, bei dem es darum geht, möglichst Insekten freundliche Pflanzen zu pflanzen und dadurch Insektenparadiese zu schaffen, hat begonnen. Alles weitere dazu könnt ihr unter www.es-summt.de nachlesen.

Damit wir den Wettbewerb auch sinnvoll begleiten können, starten wir hier einen Blog, auf dem wir euch unsere eigenen Erfahrungen mitteilen. Wir sind keine Insektenexperten, sondern lernen aus eigener Erfahrung und von dem, was wir von anderen in Gesprächen, Beiträgen, Zeitschriften oder Büchern erfahren.

Da das Wetter jetzt allmählich wärmer wird, kann so langsam das Aussäen und Pflanzen beginnen. Als erstes interessiert uns allerdings noch, was es mit den Insektenunterkünften auf sich hat. Es wird z.B. empfohlen, altes Holz im Garten liegen zu lassen, Brombeerstängel aufrecht irgendwo zu befestigen oder Löcher in Holz zu bohren. Für Letzteres haben wir uns Eichenstämme besorgt, in die wir Löcher bohren werden … wir halten euch auf dem Laufenden 🙂

Bioabend- und Lokalmarkt am 12.04.2018

Wir starten wieder!

BIOABEND- UND LOKALMARKT
Wir freuen uns euch auch dieses mal wieder gemeinsam mit der Biohöfegemeinschaft lokale Produzent*innen vorzustellen. Wo und wie werden eure Zwiebeln angebaut? Wie lange dauert der Röstvorgang bei eurem Kaffee und werden die Kaffeebauern fair bezahlt? Warum gibt es auf dem Ziegenhof nicht immer so viel leckeren Käse, wie wir wollen und wer gibt den männlichen Küken eine Chance? Alle eure Fragen könnt ihr euch hier direkt von kleinen nachhaltigen Produzent*innen aus der Region beantworten lassen. Ob gelabelt oder nicht unsere Produzent*innen legen Wert auf artgerechte Haltung und einen schonenden Umgang mit der Natur!

LECKEREIEN
Auf der Gastrowiese gegenüber der Emma stillen wir Durst und Hunger. Um unseren Abfall so gering wie möglich zuhalten, würden wir uns sehr freuen, wenn ihr eurer eigenes Geschirr mitbringt, halten für euch aber auch umweltfruendliches Einweggeschirr bereit.

GARTEN-TAUSCHBÖRSE
Zuviel geerntet? Saatgut oder Pflanzen über?
Bringt alles mit! Beim Grünstreifen-Smagy-Stand könnt ihr tauschen oder gegen eine kleine Spende an den Verein auch nur mitnehmen.

KONZERT
Um 18 Uhr gibt es in unserer Reihe „Musikalische Lokalerzeuger*innen“ wieder was feines auf die Ohren: Jakob Musil mit seinem Electrocello. Wir freuen uns auf ein großes Klangerlebniss.

Wir werden unterstützt durch:
BUND Sachsen-Anhalt, Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft, BÖLN, Stadt Magdeburg

Interkultureller Engagement-Aktionstag (3)

Im vergangenen Jahr hatten wir schon zweimal einen sehr schönen Interkulturellen Engagement-Aktionstag, organisiert von der Freiwilligenagentur Magdeburg. Der Engagement-Aktionstag bietet Interessierten unterschiedlicher Nationalitäten die Gelegenheit, ihre handwerklichen Talente zu erproben, und nebenher noch etwas Nützliches für die Allgemeinheit beizutragen. Denn die dabei entstandenen Produkte werden im Anschluss an gemeinnützige oder bedürftige Einrichtungen/Initiativen gespendet. Im letzten Jahr sind dabei schöne Kindermöbel und Spielzeugkisten für Magdeburger KiTas entstanden.

Heute haben wir diese Reihe mit dem dritten Teil fortgesetzt. Diesmal wollten wir ein schönes Produkt für den Außenbereich eines Altenheimes oder einer Begegnungsstätte gestalten. Nach langem Überlegen und Tüfteln haben wir uns für eine vertikale Wand entschieden, die von den späteren Nutzer*innen ganz individuell selbst begrünt werden kann. Außerdem sollte diese Wand auch Sitzmöglichkeiten für eine kleine Pause/Rast bieten; und das alles möglichst modular und erweiterungsfähig.

Herrausgekommen sind dann drei ca. 50cm breite und 2m hohe, leiterähnliche Module. Während die „Sprossen“ Vierkanthölzer sind, wurden die Seitenteile aber auf sechs Kanten angesägt. Dadurch können die Module untereinander in den Winkeln 0°, 60° und 120° verbunden werden. So ergeben sich jede Menge schöner Kombinationsmöglichkeiten. Insbesondere mit mehr als drei Modulen können ganze Garten-Räume gestaltet werden.

An die Sprossen können die späteren Nutzer*innen sich eigene und individuelle Blumenkästen einhängen. Und auch die Sitzgelegenheiten wurden von uns so gestaltet, dass sie sich möglichst modular und individuell einbinden lassen. Und auch wenn wir mit dieser Lösung schon recht zufrienden sind, werden wir noch etwas weiter daran herumtüfteln. Spätestens auf dem nächsten LoMa werdet ihr dann sicher neue und weiterentwickelte Module sehen. Bis dahin sind wir aber sehr gespannt, an welche Einrichtung dieses erste Modell geht und welches Feedback wir bekommen. Wir freuen uns aber natürlich auch über eurer Feedback und eure Ideen und Anregungen.

Kinderworkshop – Monstertruck

Unser Workshop-Angebot wird meistens und i.d.R. von Erwachsenen genutzt. Wir freuen uns aber auch immer, wenn hin und wieder Kinder dabei sind. Vergangenen Samstag (24.02.) hatten wir nun endlich mal wieder die Gelegenheit einen Workshop nur für Kinder durchführen zu können. Anlässlich des Geburstages eines der Kinder hatten wir sieben Jungs im Alter von 8-9 Jahren bei uns in der Werkstatt.

Unter unserer Anleitung hat sich jedes Kind innerhalb von 3 Stunden einen eigenen schönen Monstertruck aus Holz (Multiplex) gefertigt. Als digiatle Vorlage diente uns der Monstertruck von Zenziwerken.de. Diesen haben wir nur für eine Materialstärke von 12mm angepasst und um Löcher für 6mm Dübelstange ergänzt (um das Zusammenleimen für die Kids zu vereinfachen) und auf unserer CNC ausgefräst.

Dictum spendet uns Japansägen

Wer einmal mit einer Japansäge gearbeitet hat, möchte diese vermutlich nicht mehr missen. Zumindest geht es mir so und bisher auch allen unseren Workshop-Teilnehmer*innen. Im Unterschied zu europäischen Sägen sägen Japansägen auf Zug (ganz schön viel sägen in einem Satz). Dadurch kann das Sägeblatt wesentlich dünner sein und erlaubt somit viel feinere und präzisere Schnitte bei viel weniger Kraftaufwand.

Bisher haben unsere Workshop-Teilnehmer*innen mit günstigen Japansägen aus dem Baumarkt gearbeitet. Wir freuen uns daher sehr über die Spende der Firma Dictum. Ende letzter Woche erreichte uns ein Paket mit professionellen (und sehr schicken) Dozuki Japansägen.

Die Dozuki gehört neben der Kataba und der Ryoba zu den drei bekanntesten Japansägen zur Holzbearbeitung und verfügt über eine Verstärkung im Rücken. Dadurch kann das Sägeblatt noch dünner sein, in diesem Fall sogar schmale 0.3 mm. Damit ist sie die ideale Säge zu Herstellung von traditionellen Holzverbindungen und auch im LattenRast-Workshop geht die Arbeit damit leicht von der Hand.

Wir freuen uns sehr über diese Spende und sind uns sicher, dass die Workshop-Teilnehmer*innen in Zukunft damit noch mehr Spaß bei den Workshops haben werden.

Im Übrigen bietet Dictum u.a. auch sehr schöne Workshops zum Thema Holzbearbeitung an.

Ich bin ein Star – bau mir ein Haus!

Der Sturnus vulgaris (auch als Star bekannt), ist Vogel des Jahres 2018. Und ich persönlich wusste bisher nicht sonderlich viel über den Star. Eigentlich kannte ich ihn nur als das Moped meines Vaters. Aber das änderte sich vor zwei Wochen, denn am 22. Januar hatten wir Eric und Iris vom NABU bei uns in der Werkstatt.

Die beiden haben einen Nistkasten für Stare gebaut und der Filmemacher Torsten Porstmann hat alles mit der Kamera aufgezeichnet und im Anschluss daraus ein schönes Anleitungs-Video zusammengeschnitten. Das Video und die Bauanleitung findet ihr auf der Seite des NABU.

Wir haben beim Dreh im Hintergrund ein wenig unterstützt und nebenbei ganz viel über den Star gelernt. Ich freu mich schon auf die Gartensaison in diesem Jahr und werde mal nach dem Star Ausschau halten.

Und wer sich den Nistkasten selber nachbauen möchte, kann natürlich sehr gerne unsere Mitmachwerkstatt nutzen.