Forum Citizen Science

Vom 26.09.-27.09.19 fand in Münster unter dem Motto „Die Zukunft der Bürgerforschung“ das Forum Citizen Science 2019 statt. Und wir waren natürlich auch mit dabei; um uns mit der Citizen-Science-Community auszutauschen, zu diskutieren, uns zu vernetzten und um unsere eigenen Citizen-Science Projekte dort vorzustellen.

Es gab ein sehr umfangreiches Programm an Workshops, Vorträgen, Panels, Postersession u.v.m. Alles in Allem eine sehr gelungene und inspirierende Veranstaltung, aus der wir viel Wissenswertes und so einige neue Ideen mitgenommen haben.

Und damit ihr davon auch etwas habt, wollen wir euch im Folgen einige der dort präsentierten Projekte vorstellen:

Sicherer Radfahren – Wie offene Unfalldaten helfen können

Das Projekt Code for Münster konnte sich die Rohdaten der Verkehrsunfälle in Münster ab dem Jahr 2007 besorgen. Diese haben sie schön aufbereitet und visualiert, um sie so einfach zugänglich zu machen.
Unter https://crashes.codeformuenster.org/ bieten sie eine interaktive Karte, um die Verkehrsunfälle z.B. nach Jahr, Verkehrsmittel und Unfalltyp zu filtern. Daraus kann man dann z.B. sehr schön erkennen, wo es Unfallhäufungen gibt und dann ggfs. prüfen woran das liegen könnte. Als Beispiel wurden die Fahrradalleinunfälle gezeigt. Und drei Rad-Hauptrouten vorgestellt, welche täglich von mehreren tausend Radfahrer*innen genutzt werden. Interessant ist, dass auf der Route mit 12800 Räder pro Tag kaum Unfälle zu verzeichnen sind, während auf den Routen mit wesentlich wenigern, nämlich 7500 und 9500 Räder pro Tag gehäuft Unfälle passieren. Das ist ersteinmal widersprüchlich. Schaut man sich dann aber die Radwege an, stellt man fest, dass die Route mit 12500 Rädern pro Tag ein gut ausgebauter und vor allem breiter Radweg ist, während die beiden anderen wesentlich schmaler sind.

Plastikpiraten – Erforschung des Plastikmüll an deutschen Flüssen

In Projektgruppen erheben Jugendliche bei der Aktion „Plastikpiraten“ bundesweit Daten zu Kunststoffvorkommen an und in deutschen Fließgewässern. Dabei gehen sie folgenden Fragen nach: Wie viel und welcher Plastikmüll lässt sich dort finden? Wo sammelt sich besonders viel Müll an? Und welche Rolle spielt die Fließgeschwindigkeit dabei?
Mehr Infos zu dem Projekt unter https://bmbf-plastik.de/plastikpiraten.

FLOW: Fließgewässer erforschen

Ebenfalls um die Erforschung von Fließgewässern geht es in dem Projekt FLOW vom Deutschen Zentrum für integrative Biodiversitätsforschung (iDiv) in Halle-Jena-Leipzig. Dort soll mit Hilfe des SPEAR-Index die Pestizidbelastung erforscht werden. In den kommenden zwei Jahren sollen mit Hilfe von freiwilligen Bürgerforscher*innen Gewässer in Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen untersucht werden. Ihr könnt euch auf https://www.idiv.de/de/web/flow.html über das Projekt informieren und euch dort auch als freiwilliger Bürgerforscher melden.

Food Lab Home – Klimabildung zur Reduktion häuslicher Lebensmittelabfälle

Lebensmittelabfälle werden oft nicht als wirkliche Abfälle oder Müll wahrgenommen, weil diese ja kompostiert werden können und dann dem Kreislauf wieder zur Verfügung stehen. Dabei wird jedoch übersehen, das Lebensmittel ja auch produziert und transportiert werden müssen, und das kostet mindestens Energie und erzeugt Treibhausgase. Ungenutzte und weggeworfene Lebensmittel verschwenden also wichtige Ressourcen und erhöhen unnötig die Treibhausgasemission.

In dem Projekt werden Schüler*innen zu Bürgerforscher und analysieren den eigenen häuslichen Lebensmittelabfall und dessen Klimarelevanz. Mehr Infos dazu auf https://foodlabhome.net/.

Treechecker

Treechecker ist ein Projekt des Schulbiologiezentrums Hannover bei dem erforscht werden soll, welche Bäume sich unter dem Gesichtspunkt der Biodiversität besonders für den urbanen Bereich eignen.

Mehr Infos zu dem Projekt und wie man mitmachen kann, gibt es auf http://www.treechecker.de/.

Bee Observer BOB

In diesem Projekt der Universität Bremen werden Bienenbeuten mit Sensorik ausgestattet. Damit soll untersucht werden, welche Faktoren Einfluss auf die Gesundheit der Bienen haben und welche Risiken sich daraus ergeben.

Mehr Infos zum dem Projekt auf https://www.buergerschaffenwissen.de/projekt/bee-observer-bob und auf http://www.cognitive-neuroinformatics.com/de/forschung/projekte/bee-observer-bob

Und vieles, vieles mehr …

Wir freuen uns jedenfalls schon auf das Forum im nächsten Jahr.

andre